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4 Your Eyes Only

Mit Larissa Enzi, Thomas Pfertner und Sebastian Gasper
Regie & Visuals: Alexander Ourth
Kostümbild: Ulrike Kremer

SVEN Ich will so nicht leben.
ANOUK Bist ja auch kein Bonsai.
SVEN Ich hab auch kein echtes Leben.
ANOUK Aha.
SVEN Mein Leben ist da drin. (tippt auf den Laptop)

Ein Stück für Jugendliche ab 14 Jahren von Esther Rölz.

Ein Stück über Vertrauen, Rache und die Auswirkungen von Cybermobbing. Drei Kinder der Computergeneration, die von Technik umgeben aufwachsen: Anouk, ein 15-jähriges Mädchen und ihre gleichaltrigen Klassenkameraden Sven und Kian. Alle scheinen einen gefestigten gesellschaftlichen Status innezuhaben. Anouk ist das nette Mädchen von nebenan, auf das alle stehen, Sven der Computerfreak, der einsam den ganzen Tag Ballerspiele zockt und Kian der coole Typ, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Leuten wie Sven das Leben zur Hölle zu machen. Bis sich plötzlich Computerwelt und “real life“ bedenklich vermischen. Doch durch die Anonymität des Netzes bleibt die Bedrohung ungreifbar und geht immer mehr an die Existenz der Jugendlichen.

Wieviel Macht hat ein Mensch, dem im wahren Leben niemand zuhört, im Internet? Und wem glauben wir mehr: den eigenen Erfahrungen oder dem Worldwideweb? Vielschichtig werden die Erlebnisse und Wünsche der Jugendlichen und die daraus resultierende Auseinander-setzung mit sich selbst und ihrem Umfeld dargestellt. Im Mittelpunkt steht nicht das Medium sondern die Menschen dahinter und die Frage: Kann es überhaupt noch eine Privatsphäre, à la „For your eyes only“ (4YEO) geben, wenn sich Nachrichten, ob wahr oder nicht, in Se-kundenschnelle verbreiten? „Mit überzeugender Sachkenntnis und spürbarer Sympathie für ihre Protagonisten wendet sich die Autorin einem zentralen Problemfeld der heutigen Jugend zu, dem Cyber-Mobbing. […] Mit ‘4YEO‘ bekommen wir Einblick in einen problematischen Bereich jugendlicher Gegenwart, der von den verantwortlichen Erwachsenen – die im Stück immer nur als schwache Stimmen aus dem Off zu hören sind – vielfach noch gar nicht als solcher wahrgenommen wird. […]Sprache und Verhalten der Figuren erscheinen authentisch, ihre Ängste und existentiellen Nöte glaubhaft und die allgemeine Wehrlosigkeit angesichts der Entwicklung erschütternd2 Ein spannendes Stück für Jugendliche ab 14 und ihre Erwachsenen, an die eindringlich appelliert wird, genauer hinzuschauen.“ (Begründung der Jury, Kaas & Kappes 2013)

Pressestimmen

„Wie leicht Jugendliche Opfer von Cybermobbing werden können, zeigt eindrucksvoll das Team des Kulturlabors Trier…“, „Die offene Bühne erleichtert es Regisseur Alexander Ourth vom Kulturlabor Trier wie in einem Film von einer Szene zur nächsten zu springen. Spotlights setzen Grenzen zwischen den Räumen. Die Videoprojektionen sind mehr als Hintergrund, sie gehören zum Spiel.“ – Trierischer Volkfreund, 29.4.2015